10.05.2019

Europa zur gemeinsamen Sache machen!
Stimmen Sie für ein starkes Europa!
Kirchen rufen auf zur Teilnahme an der Europawahl


EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm

Gemeinsamer Wahlaufruf
des Vorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
und des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz
zur Wahl des Europäischen Parlaments 2019

Europa zur gemeinsamen Sache machen!

Aufruf der Kirchen zur Teilnahme an der Europawahl

Bei der 9. Direktwahl des Europäischen Parlaments am 26. Mai 2019 können die Bürgerinnen und Bürger über die zukünftige Gestalt des Friedensprojekts „Europäische Union“ (EU) mitbestimmen.
Die europäischen Werte und Prinzipien von der Achtung der Menschenwürde, über Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und der Wahrung der Menschenrechte korrespondieren mit unseren grundlegenden christlichen Werten und Überzeugungen. In dieser Tradition nehmen wir Kirchen unsere Verantwortung wahr, die Entwicklung Europas weiterhin konstruktiv zu begleiten. Unsere beiden Kirchen treten in ökumenischer Gemeinschaft für den europäischen Gedanken ein.
Im April 2019 haben wir, die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der EKD, in unserem Gemeinsamen Wort zur Demokratie „Vertrauen in die Demokratie stärken“ das Vertrauen ins Zentrum unserer Überlegungen gerückt. Wir Kirchen bekennen uns darin ausdrücklich zur Mitverantwortung für unsere Demokratie als politische Lebensform der Freiheit und zur EU als einem erfolgreichen Modell für Multilateralismus. Gerade in diesem Sinne brauchen wir wieder mehr Vertrauen in den Prozess der europäischen Integration und den politischen Willen, die Europäische Union weiterzuentwickeln, um Frieden, soziale Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung zu stärken und den Menschen zur Freiheit und zu einem guten Leben zu verhelfen.

Die Einigung Europas ist ein Friedensprojekt, das nach zwei schrecklichen Weltkriegen mit vielen Millionen Opfern Hoffnung auf ein Zusammenleben der Völker im Geist wechselseitiger Kooperation und Verbundenheit verkörperte. Dieses Projekt hat nichts an Aktualität verloren – im Gegenteil. Wir rufen die politisch Verantwortlichen dazu auf, die Idee eines sozialen, nachhaltigen und demokratischen Europas wieder näher an die Menschen, gerade die junge Generation, zu bringen. Wir brauchen eine starke und geeinte EU, die sich auf das Vertrauen und die Zustimmung ihrer Bürgerinnen und Bürger stützen kann.

Die diesjährige Europawahl ist eine Richtungswahl: Wollen wir ein demokratisches, wertebasiertes und weltoffenes oder ein nationalistisches, autoritäres und undemokratisches Europa? Wir sind der Überzeugung, dass ein Weg, der mit hetzerischen Parolen gepflastert oder mit Mauern des Nationalismus abgeschottet ist, in die falsche Richtung führt. Stattdessen bietet allein ein geeintes Europa Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit, von Globalisierung und Digitalisierung über Migration und Klimawandel bis hin zu Freiheit und Sicherheit.
Jeder Form von Extremismus und übersteigertem Nationalgefühl treten wir daher entschieden entgegen und setzen uns auch in unseren ökumenischen Kontakten für den europäischen Zusammenhalt ein.
In diesem Sinne fordern wir Sie auf: Machen Sie Europa und die Zukunft der Europäischen Union zu Ihrer und zu unserer gemeinsamen Sache! Gehen Sie am 26. Mai 2019 wählen!

Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm
Kardinal Reinhard Marx

 

 


Ministerpräsident Armin Laschet ruft vor dem Europatag am 9. Mai gemeinsam mit Kirchen und Religionsgemeinschaften, Gewerkschaften und Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen alle Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an der Europawahl auf.


Stimmen Sie für ein starkes Europa!
 
Für Europa, für Deutschland, für die Menschen in Nordrhein-Westfalensteht viel auf dem Spiel. Am 26. Mai 2019 finden die Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Populisten und Nationalisten kämpfen gegen Solidarität, gegen den Zusammenhalt, gegen unsere gemeinsamen europäischen Werte. Nutzen Sie Ihre Stimme und machen Sie diese Wahl zu einem Referendum für ein demokratisches, ein soziales und starkes Europa!
 
Die europäische Einigung hat unserem Land nach dem Zweiten Weltkrieg 70 Jahre Frieden, Freiheit und soziale Sicherheit ermöglicht. Gerade Nordrhein-Westfalen wurde durch die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl geprägt. Der europäische Binnenmarkt sichert hunderttausende Arbeitsplätze für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in unserem Land an Rhein, Ruhr und Lippe. Mit den Niederlanden, Belgien und Luxemburg leben und arbeiten wir in Nordrhein-Westfalen heute in einem gemeinsamen Raum über frühere Grenzen hinweg.
 
Uns alle eint das Bekenntnis: Nie wieder Nationalismus! Nie wieder Krieg! Nie wieder Antisemitismus und Rassismus! Die europäische Einigung hat dafür das Fundament gelegt.
 
Heute blicken wir auch mit Stolz auf ein Europa von 28 Mitgliedsstaaten mit vielen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Errungenschaften.
 
Dazu zählt auch die Währungsunion. Der Euro ist mittlerweile die Währung für EU-Bürgerinnen und Bürger in 19 Ländern. Gemeinsam mit dem europäischen Binnenmarkt ist sie der Motor unserer Wirtschaft – gerade in Nordrhein-Westfalen.
 
Auch das Leben und Arbeiten jenseits nationaler Grenzen ist einfacher geworden. EU-Bürgerinnen und Bürger können selbst entscheiden, in welchem EU-Land sie sich niederlassen. Und nichts stärkt die europäische Identität mehr als Begegnung und gelebtes Miteinander über Ländergrenzen hinweg. Dafür steht auch Erasmus+, das EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport.
 
Das gemeinsame europäische Projekt ist die Erfolgsgeschichte aller Europäer. Wir Nordrhein-Westfalen – im Herzen Europas – sind ökonomisch, ökologisch und kulturell mit Regionen und Ländern in allen Teilen Europas verbunden. Unser Anspruch und Auftrag als Bürgerinnen und Bürger dieses Landes ist es deshalb, diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Ob Migration und Integration, äußere und innere Sicherheit, soziale Gerechtigkeit, die Zukunft eines fairen Welthandels oder die Frage des drohenden Brexits: die Herausforderungen sind groß, und nur gemeinsam werden wir ihnen in einer globalisierten und digitalisierten Welt erfolgreich begegnen können. Nicht die Ideologie „Mein-Land-First“ macht uns stark, sondern gemeinsame Lösungen für eine gerechtere Welt.
 
In der Vergangenheit war die Europäische Union immer dann besonders stark, wenn wir auf der Basis unserer gemeinsamen Werte in Europa um die besten Lösungen gerungen haben. Gemeinsam können wir mehr!
 
Deshalb rufen wir Sie auf: setzen Sie am 26. Mai 2019 ein Zeichen, gehen Sie zur Wahl und gestalten Sie die Zukunft der Europäischen Union mit. Stimmen Sie ab und stimmen Sie ein für ein starkes Europa.
 
Anja Weber
Vorsitzende Deutscher Gewerkschaftsbund Nordrhein-Westfalen
 
Arndt Kirchhoff
Präsident der Landesvereinigung der Unternehmensverbände Nordrhein-Westfalen (unternehmer nrw)
 
Andreas Ehlert
Präsident Handwerk NRW
 
Thomas Meyer
Präsident des Industrie-und Handelskammern in Nordrhein-Westfalen e.V.
 
Rainer Maria Kardinal Woelki
Erzbischof von Köln
 
Hans-Josef Becker
Erzbischof von Paderborn
 
Dr. Felix Genn
Bischof von Münster
 
Dr. Franz-Josef Overbeck
Bischof von Essen
 
Dr. Helmut Dieser
Bischof von Aachen
 
Manfred Rekowski
Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland
 
Annette Kurschus
Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen
 
Dietmar Arends
Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche
 
Zwi Rappoport
Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe
 
Herr Dr. Oded Horowitz
Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein
 
Dr. Abraham Lehrer
Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln
 
Alexandra Khariakova
Vorsitzende des Landesverbands Progressiver Jüdischer Gemeinden in
Nordrhein-Westfalen
 
Nurhan Soykan
Sprecherin des Koordinationsrates der Muslime