15.09.2018

Schulung in seelsorglicher Kompetenz
Evangelischer Kirchenkreis Leverkusen hat 16 ehrenamtliche Seelsorgerinnen ausgebildet
Frisch ausgebildete ehrenamtliche Seelsorgerinnen feierten nach ihrem Kolloquium einen Abschlussgottesdienst in der Burscheider Kirche.


Pfarrerin Dr. Andrea Gorres war sehr zufrieden mit dem Ergebnis dieses ersten Seelsorgekurses. Sie freute sich, dass die Ausgebildeten eine so gute Entwicklung nahmen und dass auch die nächsten Kurse in Planung sind oder schon laufen.

Die 16 Frauen zwischen  49 und 70 Jahren wurden über 12 Monate intensiv auf ihre Tätigkeiten vorbereitet: einige werden in Krankenhäusern, andere in Altenheimen und evangelischen Kirchengemeinden tätig werden. Mit der Beauftragung durch die evangelische Kirche, die zu einem späteren Zeitpunkt meist durch evangelische Kirchengemeinden erfolgen wird, leisten sie einen wichtigen Dienst an Menschen. Seelsorge gilt als die "Muttersprache der Kirche".

Klarheit und Sicherheit

Für die Ausbildung haben die ehrenamtlichen Seelsorgerinnen jeden Monat 15 Stunden eingesetzt: Schulung, Besuche, Gespräche und Supervision gehörten dazu. "Mir ging es darum, die personale, geistliche, kommunikative und ethische Kompetenz zu schulen," sagte Andrea Gorres. "Damit erwerben alle Klarheit und Sicherheit weit über Ihr ehrenamtliches und berufliches Engagement hinaus."

Den Teilnehmerinnen hat die enge Verbindung von Theorie und Praxis besonders gut gefallen. Sie können sich jetzt in die Gefühle, Gedanken und Lebenssituation ihres Gegenübers hineinversetzen, wissen um Persönlichkeitsstrukturen und um Formen psychischer Erkrankung von Menschen. Sie können ihre eigene Glaubensüberzeugungen ausdrücken und den Glauben anderer akzeptieren. Sie können mit Sterben, Tod, Trauerprozessen umgehen. Die Seelsorgerinnen können Texte der christlichen Tradition einbringen und das Gesangbuch als Hilfen nutzen. Sie wissen um ihre Stärken und Schwächen und können andere mit deren Stärken und Schwächen akzeptieren. Sie haben auch gelernt, die eigenen Grenzen zu erkennen und können mit Nähe und Distanz in der Seelsorgebeziehung kontrolliert umgehen.  

Für den Kreissynodalvorstand nahm Pfarrerin Annergret Duffe an dem Kolloquium teil. "Für uns in der Kirche ist die Seelsorge Ehrenamtlicher eine Entdeckung, " sagte die sellvertretende Scriba, "wir haben wieder entdeckt, was schon immer zur evangelischen Grundüberzeugung gehört: Durch die Taufe sind alle berufen, mit ihren Gaben Gott und den Menschen zu dienen. Das tun Sie, und die Kirche ist Ihnen dafür dankbar."

Auftrag für alle Christen

Dr. Andrea Gorres hat das Seelsorgereferat des evangelischen Kirchenkreises Leverkusen aufgebaut. "Seelsorge ist allen Christinnen und Christen aufgetragen“, sagt die Pfarrerin, die außerdem Heil­praktikerin (Psychotherapie), Super­visorin, Lehrtherapeutin und Lehrsupervisorin ist. Qualifizierung Ehrenamtlicher ist ein wichtiger Teil ihrer Arbeit. Es gibt schon jetzt und auch in Zukunft weniger Pfarrerinnen und Pfarrer. Der Bedarf an Seelsorge wird aber nicht kleiner. Im Evangelischen Kirchenkreis Leverkusen ist außer dem Seelsorgereferat das Familien- und Erwachsenenbildungswerk an der Fortbildung der Ehrenamtlichen beteiligt. Sie geschieht nach Standards der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Informationen zu weiteren Seelsorge-Fortbildungen:
https://www.kirchenkreis-leverkusen.de/191/ oder  www.febw-leverkusen.de

 

Kontakt zu Pfarrerin Dr. Andrea Gorres:
Tel.  02174/8966-160
E-Mail: andrea.gorres@kirche-leverkusen.de

Foto: Siegfried Fley