26.06.2018

Fair handeln - gerecht und umweltbewusst wirtschaften
Pfarrer vom Gemeindedienst für Mission und Ökumene raten zu öko-fairen Standards
Fair ist, nicht billig einzukaufen, wofür andere teuer bezahlen. Was die einen als Schnäppchen feiern, belastet möglicherweise die Umwelt in fernen Ländern, verschärft soziale Ungleichheit oder beutet Arbeitskraft aus. Seit vielen Jahren gibt es Fairen Handel, der Erzeugern und Produzenten besseren Verdienst und gerechte Arbeitsbedingungen verschafft.


Kaffee, Schokolade, Zucker: Fair gehandelte Produkte beim Pfarrkonvent

Fairer Handel wurde durch Eine-Welt-Läden, oft in kirchlicher Trägerschaft, populär. Heute gibt es in jedem Supermarkt Artikel, die als "fair gehandelt" deklariert sind. Fair gehandelter Kaffee ist einer der wichtigsten Artikel, die in Deutschland von der GEPA angeboten werden. Die "Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH" nennt sich heute  "The Fair Trade Company". Sie ist eine evangelisch-katholische Gesellschaft, Brot für die Welt und Misereor sowie kirchliche Jugendverbände stehen dahinter.

Fairtrade-Town Leverkusen

Mit Pfarrerinnen und Pfarrern des Kirchenkreises Leverkusen diskutierten zwei Fachleute die Chancen fairen Handels: Pfarrer i.R. Dr. Eberhard Löschcke und Pfarrer Matthias Schmid vom Gemeindedienst für Mission und Ökumene der Evangelischen Kirche im Rheinland (Region Bergisches Land). Löschcke war daran beteiligt, Leverkusen zur "Fairtrade-Town" zu machen. Oberbürgermeister Uwe Richrath unterstützt, dass Leverkusener Geschäfte faire Artikel verkaufen, Gastronomen regionale und saisonale Spezialitäten anbieten, Vereine und Schulen ökologisch handeln und Material aus fairem Handel beschaffen. Auch Monheim ist eine Stadt des Fairen Handels geworden. Dass weitere Städte im Kirchenkreis dem Beispiel folgen, war Löschckes Wunsch: auch in Leichlingen, Langenfeld und Burscheid könne Fairer Handel bekannt gemacht werden, und die Gemeinden sollten mit Kommune und Zivilgesellschaft diesen Prozess anschieben.

Praktisch ökofair

Matthias Schmid erklärte, dass es um Gerechtigkeit und einen verantwortlichen Umgang mit der Schöpfung geht - womit die christliche Identität angesprochen ist und sich die Glaubwürdigkeit der Kirche zeigt. Ganz praktisch riet er, in Gemeinden und Einrichtungen ein "öko-faires Beschaffungswesen" zu implementieren. Bei Veranstaltungen könne fairer Kaffee und Tee ausgeschenkt werden, regionale und saisonale Speisen angeboten werden und es müsse nicht immer Fleisch sein. Gemeindebüros könnten mit Recyclingpapier und Ökostrom arbeiten. Gemeindehäuser könnten mit ökologischen Reinigungsmitteln sauber gehalten werden und mit energiesparenden Leuchtmitteln und Heizungen ausgestattet sein. Durch die Nachfrage könnten Verbraucher, zu denen die Kirche gehört, auf die Angebote am Markt Einfluss nehmen.  Dabei hilft ein neues öko-faires Einkaufsportal  (www.wir-kaufen-anders.de), das von mehreren Landeskirchen gemeinsam speziell für kirchliche Bedarfe geschaffen wurde.

Link: https://wir-kaufen-anders.de/

Link zu Fairtrade-Town Leverkusen und https://www.fairtrade-towns.de/fairtrade-towns/stadt/leverkusen

Kontakt: Matthias Schmid, Pfarrer
Gemeindedienst für Mission und Ökumene
der Evangelischen Kirche im Rheinland – Region Bergisches Land
Geschwister-Scholl-Str. 1a
42897 Remscheid
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