Am 13. Mai 2025 starb Pfarrer i. R. Jörg Hohlweger im Alter von 66 Jahren.
Jörg Hohlweger war zehn Jahre lang Pfarrer in Düsseldorf, bevor er von 1999 bis 2011 als Pfarrer in der damaligen Kirchengemeinde Rheindorf im Bezirk Rheindorf Nord tätig war. Viele Menschen lernten ihn durch Taufen, Trauungen oder Beerdigungen kennen und schätzen. In seinen Predigten vermochte er es, die biblischen Glaubensaussagen mit lebensnahen Beispielen oder eingängigen Bildern veranschaulichte. Dabei waren die wissenschaftliche Theologie und die persönliche Frömmigkeit für ihn die Grundlage für sein Studieren, Leben und Arbeiten.
In der Gemeinde war ihm ein würdevoller Umgang mit alten Menschen genauso wichtig wie die Begleitung Jugendlicher, auch über die Konfirmation hinaus.
Ein besonderes Anliegen war Jörg Hohlweger, die Kirchengemeinde als festen Faktor im Sozialraum Rheindorf zu verankern. Dem Projekt ‚Soziale Stadt Rheindorf‘ und als Vorstandsmitglied des Fördervereins war er eng mit dem Farbenlandfest verbunden, denn seine Grundüberzeugung war: alle Menschen, egal wie sie sind, welche Religion oder Weltanschauung sie haben oder wo ihre kulturellen Wurzeln liegen, sie alle gehören dazu.
Die Idee, mit der Hoffnungskirche aus zwei Kirchen eine zu machen, verdankt die Gemeinde Pfarrer Jörg Hohlweger. Sein Verhandlungsgeschick und seine Ideen ermöglichten die Finanzierung des Neubaus allein durch den Verkauf von Grundstücken und ganz ohne den Einsatz von Kirchensteuern. Eine Besonderheit dabei ist das Kolumbarium (oder auch Urnenwand), integriert in den Kirchturm. Mit dem Beschreiten eines kreativen neuen Weges setzte er einen offensiven Kontrapunkt in der Debatte über den Verfall der Werte in der Bestattungskultur.
Im Kirchenkreis setzte Jörg Hohlweger deutliche Akzente im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit und der diakonischen Arbeit.
Nachdem er berufsbegleitend einen Masterstudiengang in Sozialmanagement absolviert hatte, wurde er 2011 in das Amt des theologischen Vorstands der Bergischen Diakonie Aprath gewählt. Bis zu seinem Ruhestand im Dezember 2023 prägte er das diakonische Profil des Unternehmens ganz entscheidend und initiierte zahlreiche Projekte, unter anderem die Erweiterung der ambulanten Angebote, die Übernahme des Fachseminars für Altenpflege oder auch die Implementierung von unternehmensweiten Führungsgrundsätzen.
Nun hat sich sein Lebenskreis geschlossen und Gott hat seine Zeit wieder in seine Hände genommen.
In großer Dankbarkeit für sein Wirken wird der Kirchenkreis Pfarrer i.R. Jörg Hohlweger in ehrender Erinnerung behalten.
