04.03.2018

Glauben mit Herz und Verstand, Toleranz und Lebenspraxis
Rat der Religionen und Engel der Kulturen in der Käthe-Kollwitz-Schule
"Ich glaube, du glaubst, wir glauben" - so war die jüngste Veranstaltung des Rates der Religionen Leverkusen überschrieben. Mit ihr endete auch die Interreligiöse Woche des Integrationsrrates.


Rat der Religionen: Ramona RuZan Nolde, Mohammed Mermanri, Ismael Memishi, Marion GenRai Lukas, Detlev Blome, Gerlinde Anders

Eine Woche lang gab es ökumenische Gottesdienste, „spirituelle Erfahrungsräume“, Ausstellungen und Besuche von Kirchen und Moscheen.  Beteiligt waren die Gemeinschaftsgrundschule Dönhoffstraße, die Hugo-Kükelhaus-Schule, die Gemeinschaftgrundschule Regenbogenschule, die Gemeinschaftsgrundschule Opladen, die Gemeinschaftsgrundschule Im Kirchfeld, die Theodor-Wuppermann-Schule, die Gemeinschaftsgrundschule Morsbroicher Straße und die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule.

Die Schülerband der Käthe-Kollwitz-Schule spielte Weltmusik von Liebe und Frieden zwischen den Menschen. Das Burscheider Künstler Gregor Merten und Carmen Dietrich würdigten die Käthe-Kollwitz-Schule als interkulturell besonders interessierte Schule. Der anschauliche „Engel der Kulturen“ regte schon seit vielen Jahren zur Auseinandersetzung mit interreligiösen Fragen an:  ein radförmiges Objekt, bei dem eine Engelgestalt aus einem christlichen Kreuz, einem jüdischen Stern und einem muslimischen Halbmond gebildet wird. Das Symbol wurde vor einigen Jahren unter Mitwirkung der Schule als Bodenintarsie am Rheindorfer Friedenspark verlegt. Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern hatte das Künstlerpaar im Jahr 2012 nach Brüssel begleitet, um das Symbol bei der Europäischen Union bekannt zu machen. Aus der Hand von Metren und Dietrich erhielt Schulleiterin Anette May  Urkunde und einen Engel. Sie dankte für die Anerkennung und sagte: „Unsere Schülerinnen und Schüler beweisen täglich, dass ein friedliches Miteinander möglich ist“. Sie dankte auch ihrem engagierten und weltoffenen Kollegium. Schulpfarrerin Gerlinde Anders bekam unter dem Applaus der Schülerinnen und Schüler, Lehrpersonen und Eltern eine besondere Auszeichnung für ihr interkulturelles Engagement.  Im Projektkurs Interkulturelles Lernen arbeitet sie mit Interessierten der 12. Jahrgangsstufe an anspruchsvollen Themen wie dem Nahostkonflikt, Nationalsozialismus und dem Verhältnis der Religionen zueinander. Die Jugendlichen trugen einen Text aus ihrem Projektkurs vor und riefen zu Aufmerksamkeit und Achtsamkeit füreinander auf.

Die Vertreter des Leverkusener Rates der Religionen gaben kurz und engagiert Auskunft, was für sie im Mittelpunkt ihres Glaubens steht. Für Imam Mohammed Mermari ist der Glaube eine Herzenssache. Das islamische Glaubensbekenntnis bekennt sich zu Allah und zu seinem Propheten Mohammed. Wie Mermari vertritt Ismael Memishi den Rat der islamischen Gemeinschaften Leverkusens. Er glaubt, dass Gott alles bestimmt. Für den buddhistischen Glauben ist nach den Worten der Nonne Marion GenRai Lukas wichtig, dass sich alles verändert und alles miteinander verbunden ist. Im buddhistischen Glauben gibt es klare Richtlinien, an die sich allerdings auch nicht-Buddhisten halten: nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, in sexueller Hinsicht klar sein und keine Rauschmittel konsumieren. Toleranz und Akzeptanz sind für den Glauben der Neuapostolischen Kirche wichtig. Detlev Blome von der Opladener Gemeinde bevorzugt daher, miteinander statt übereinander zu reden. Das kürzeste christliche Glaubensbekenntnis sagt, dass Jesus Christus der Sohn Gottes und Retter ist, erklärte Pfarrerin Gerlinde Anders. Für den evangelischen Glauben ist die Vernunft von besonderer Bedeutung.  Glauben und Bildung gehören daher eng zusammen.

Anette May, Carmen Dietrich, Gregor Merten, Gerlinde Anders
Gregor Merten, Carmen Dietrich, Anette May
Schülerband der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule
Der Engel der Kulturen bildet aus Ring, Kreuz, Stern und Halbmond die Figur eines Engels.