31.12.2017

Zwischen Wittenberg und Manfort
Der Evangelische Kirchenkreis Leverkusen hatte im Jahr 2017 viel zu feiern und viel zu arbeiten
Wittenberg und Manfort -mit diesen Orten beschäftigte sich der Evangelische Kirchenkreis im zu Ende gehenden Jahr 2017. Das 500jährige Jubiläum der Reformation, die mit Luthers Wirken in Wittenberg ihren Anfang nahm, wurde in den Gemeinden phantasievoll gefeiert.


Viel zu feiern: Reformationsjubiläumsfest im Park von Schloss Morsbroich

Der rheinische Präses Manfred Rekowski hielt auf Einladung von Superintendent Gert-René Loerken einen Vortrag über die protestantischen Ideale Freiheit und Verantwortung. Es gab besondere Gottesdienste (u.a. in einer Autowaschanlage), Luther-Futter, den XXL-Playmobil-Luther und Konzerte. Im Jubiläumsjahr konnte man mehrfach Luthers Frau Katharina von Bora begegnen und an Thesentüren eigene Gedanken anschlagen. Am Pfingstmontag feierten die Protestanten die Reformation unter der Schirmherrschaft von Leverkusens Oberbürgermeister Uwe Richrath im Park von Schloss Morsbroich. Unter dem Motto "Ich bin vergnügt, erlöst, befreit" gab es viel Musik und Aktionen sowie katholische, islamische und buddhistische Beiträge des Rates der Religionen. Eigene Jubiläumsveranstaltungen gab es im Rheindorfer Bauspielplatz mit 300 Jugendlichen sowie in der Christuskirche mit einem Professor für Kirchenmusik und vielen Kirchenchören. Das Evangelische Familien- und Erwachsenenbildungswerk realisierte ein viel beachtetes Theaterstück über Luther mit dem programmatischen Titel "Ich fürchte nichts". Reisegruppen fuhren zum Konfi-Camp nach Wittenberg und zum Kirchentag, der in Berlin und Wittenberg über 100.000 Menschen versammelte.

Zukunft für Manfort
Mit Zuversicht blickt Superintendent Gert-René Loerken auf Leverkusen-Manfort. Die Kirchengemeinde wurde auf die benachbarten Gemeinden Wiesdorf und Schlebusch aufgeteilt. Der Standort Johanneskirche ist für die Zukunft gesichert. Das Diakonische Werk, das schon lange den GLIM-Prozess (Gemeinsam leben in Manfort) gestaltet, hat hier ein vielfältiges Angebot aufgebaut, zuletzt einen Umsonst-Laden eröffnet. Die Gründung einer „Schüler-Firma“ des Jugendwerkes und das Bildungswerk mit seinem "Erfahrungswissen für Initiativen" sorgen ebenfalls für neues Leben in dem Gemeindezentrum.

Flüchtlingshilfe
Für Flüchtlinge setzte sich der Evangelische Kirchenkreis auch im Jahr 2017 intensiv ein: Die Großtagespflege "Weltenbummler" für Kinder aus Flüchtlingsfamilien gehört dazu. Zum Schuljahresbeginn 2017 wurden die 6-jährigen mit Tornistern und Schultüten ausgestattet. In dem Projekt „Miteinander Lernen“ unterrichten Lehramtsstudenten Flüchtlinge in der deutschen Sprache. Die Rückkehrberatung für Flüchtlinge besteht seit Mitte 2017 - und zwar ergebnisoffen. Diakonie-Mitarbeiterin Anika Overath prüft in jedem Fall, ob alle Möglichkeiten des Asylrechts ausgeschöpft sind und welche Unterstützungen es für einen Neustart im Herkunftsland gibt.

Seelsorge
Großes Interesse fand ein neues Angebot des Seelsorgereferats und des Bildungswerkes: "Ehrenamtliche bekommen eine qualifizierte Seelsorge­ausbildung für die Bereiche Kranken­haus, Alten- und Trauerbegleitung", erklärt Seelsorge-Referentin Dr. Andrea Gorres. "Sie können ihre personale, geistliche, kom­munikative und ethische Kompetenz schulen und erwerben Klarheit und Si­cherheit weit über Ihr ehrenamtliches und berufliches Engagement hinaus. "

Kindertagesstätten
Ein erfreuliches Jubiläum hatte die Artur und Anne Köppen-Stiftung im Jahr 2017. Seit 20 Jahren ist über eine Million Euro in die Ausstattung evangelischer Kindertagesstätten im Kirchenkreis Leverkusen geflossen. Darüber freute sich auch Sandra Kutzehr, die seit Anfang 2017 die Fachberaterin des Kirchenkreises für Kindertagesstätten ist.

Johannes Schmitz
Aus der Otto-Grimm-Straße wurde die Pfarrer-Schmitz-Straße. Der Leverkusener Stadtdirektor Otto Grimm (1951 bis 1963 im Amt) war mit dem Nazi-Regime verstrickt. Neuer Namensgeber ist der Wiesdorfer Pfarrer Johannes Schmitz, der von 1961 bis 1965 erster Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Leverkusen war.

Foto: Volker Gutsmann