29.12.2016

2016 - ein Jahr voller Engagement
Evangelischer Kirchenkreis Leverkusen blickt zurück
Das Jahr 2016 war für den Evangelischen Kirchenkreis Leverkusen geprägt von Ökumene, Flüchtlingshilfe und wichtigen Personalentscheidungen. Die Diakonie des Kirchenkreises engagierte sich mit innovativen Projekten. Das Bildungswerk der evangelischen Kirche hatte neben der Familien- und theologischen Bildung einen Schwerpunkt in der Flüchtlingsarbeit.

Ein Höhepunkt für den Kirchenkreis war der Besuch einer sechsköpfigen ökumenischen Delegation aus Tansania. Pfarrer und kirchliche Mitarbeiter aus dem Partnerkirchenkreis waren im Mai 7.000 Kilometer zum Informationsaustausch angereist. In  Gottesdiensten und vielen Gesprächen in Gemeinden ging es um die gesellschaftliche und kirchliche Herausforderung, Flüchtlingen zu helfen. Die Tansanianer haben viel Erfahrung mit Flüchtlingen aus Ruanda. Sie besuchten Einrichtungen der Flüchtlingshilfe im Kirchenkreis Leverkusen.

Gute Eltern - Qualität für Kinder

Verbessert wurde im Jahr 2016 das Angebot für Kinder suchtkranker Eltern. Das gelang durch das Projekt „WendePunkte“ der Suchthilfe und des Fachbereichs Kinder und Jugend. Die evangelische Kirche ist Mitgesellschafterin der Suchthilfe und daran interessiert, betroffene Kinder noch besser zu unterstützen. U.a. 29 Leverkusener Eltern in einem Substitutionsprogramm profitieren davon. „Auch Eltern mit Suchtproblem wollen gute Eltern sein, sie brauchen dabei allerdings Unterstützung“, ist die Überzeugung der Praktiker.

Einen Prozess zur Qualitätssicherung hat auch der Kindertagesstätten-Verbund durchgeführt. Kooperationen, Stärken und Schwächen waren wichtige Themen. Der Kirchenkreis hat im Jahr 2016 für die 19 evangelischen Kindertagesstätten auf seinem Gebiet eine Fachberaterin eingesetzt und sorgt so für eine hohe Qualität zugunsten der Kinder und ihrer Familien.

Die „Willkommenspaten“ konnten im Jahr 2016 rund 450 junge Familien besuchen. Ehrenamtliche der Diakonie bieten praktische Unterstützung an und bringen Informationen und Geschenke mit – ein für beide Seiten freiwilliger Dienst, der konkret und früh hilft.

Arbeitslosigkeit

Für Menschen ohne Arbeit macht sich das „Arbeitslosenzentrum & Mehr“ stark. In den letzten 5 Jahren konnte es 5.000 Beratungen leisten von der Information über die Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch, Hilfen bei Bewerbungen, am Computer bis zu Verbraucherfragen wie Handy-Kostenfalle und Internetabzocke.

„Jeden Tag eine gute Naht“ ist das Motto der Upschneiderei, eines sozialunternehmerischen Projektes der Neuen Arbeit Rhein-Wupper gGmbH. Hier gibt es Arbeit und ordentliche Gehälter für arbeitslose Menschen, die aus alten Kleidern neue Produkte herstellen. Im Jahr 2016 wurden pfiffige Unikate geschaffen wie Werkzeugtaschen aus alten Flanellhemden oder Türstopper aus abgelegten Jeans. Gesucht werden laufend Knöpfe, Schnallen, Reisverschlüsse, aber auch Planschbecken, Sonnensegel und Friesennerze – in den Händen der Upschneiderinnen bekommen alle Materialien eine zweite Chance.

Flüchtlinge

Das Evangelische Familien- und Erwachsenenbildungswerk hat im Jahr 2016 Ehrenamtliche in der Flüchtlingshilfe ausgebildet, sich mit „Stammtischparolen“ kritisch auseinandergesetzt und ein konkretes Projekt betrieben, bei dem Lehramtsanwärter junge Flüchtlinge in deutscher Sprache schulen. Mit dem Kurs „Erfahrungswissen für Initiativen“ (EFI) bot das Bildungswerk älteren Ehrenamtlichen das Rüstzeug für neue Projekte und Leitungsaufgaben.

Mit einem sommerlichen Fest verabschiedete die Tagespflege für Flüchtlingskinder fünf schulreife Jungen und Mädchen und stattete sie mit Tornistern und Turnbeuteln aus. Die Verfahrensberatung der Diakonie für Flüchtlinge wird seit Juli 2016 mit zwei halben Stellen geleistet. Martina Weber und Shohreh Karimian beraten und begleiten Flüchtlinge zu Behörden und Rechtsanwälten.

Trauernde

10 Jahre bestand im Jahr 2016 die Begegnungsstätte auf dem Friedhof Reuschenberg. Ehrenamtliche sind regelmäßig präsent und bieten Gespräche mit Trauernden an.

Manfort

Unter der Federführung des Diakonischen Werkes engagierten sich viele Ehrenamtlichen für das Projekt GLIM („Gemeinsam leben in Manfort“). Es gibt viele Verbesserungsvorschläge für das soziale Leben im Stadtteil. Es wird überlegt, ob die Johanneskirche in Zukunft als Stadtteilzentrum dienen kann.

Personalia

Das Jahr 2016 war von wichtigen Personalentscheidungen geprägt. Auf der Kreissynode im Herbst wurde Superintendent Gert-René Loerken in seinem Amt bestätigt. Der 61jährige leitet seit 2004 die Synode. Der Kirchenkreis Leverkusen verabschiedete die Notfallseelsorge-Koordinatorin Ann-Carolin Boddenberg und Pfarrerin Benita Zapf-Mankel, die 24 Jahre im Kreissynodalvorstand mitarbeitete. Der Kirchenkreis konnte neu Pfarrerin Andrea Gorres gewinnen, die das Seelsorgereferat aufbauen wird. Pfarrer Matthias Schmid ist seit 2016 im Kirchenkreis für den Gemeindedienst für Mission und Ökumene im Bergischen Land zuständig. ?