17.12.2016

Gute Ausbildung und Unterstützung für die Seelsorge
Pfarrerin Andrea Gorres als Leiterin des Seelsorgereferats eingeführt
Was ist die Seele? Pfarrerin Andrea Gorres muss es wissen- sie leitet das neu geschaffene Seelsorgereferat des Evangelischen Kirchenkreises Leverkusen.


Pfarrerin Andrea Gorres und Superintendent Gert-René Loerken

In der Adventszeit wurde sie von Superintendent Gert-René Loerken mit einem festlichen Gottesdienst in ihr Amt eingeführt. Die Seele ist nicht auszuwiegen wie ein Stück Fleisch, beantwortet Andrea Gorres die Frage nach der Seele. Sie ist tief im Menschen, nicht fassbar, aber jederzeit präsent. Wenn sie krank ist, braucht sie Hilfe. „Die Seele nimmt sich ihren Raum“, weiß die 46jährige, die nach dem Theologiestudium in Münster und Wuppertal Vikarin in Leverkusen-Wiesdorf und Pastorin in Bergisch Neukirchen war. Ihre erste Pfarrstelle trat sie 2003 in Boppard an, machte eine therapeutische und supervisorische Ausbildung an der Europäischen Akademie für psychosoziale Gesundheit am Fritz Perls Institut in Düsseldorf/Hückeswagen und ist Lehrtherapeutin und Lehrsupervisorin.

Was Seelsorge braucht

Die in Organisationsentwicklung erfahrene Theologin wird das Seelsorgereferat aufbauen. Sie koordiniert die Krankenhaus- und Notfallseelsorge sowie die Trauerarbeit im Kirchenkreis Leverkusen. Seelsorge brauche keine Kathedralen, sagte Andrea Gorres, „aber gute Ausbildung, geistliche Übung und therapeutische Technik.“ Sie erkannte dankbar an, dass evangelische Seelsorge akzeptiert und unterstützt wird – es sei aber in Zukunft noch mehr Unterstützung nötig. Auch Freiwillige können ehrenamtliche Seelsorger sein, wenn sie gut ausgebildet und begleitet sind, und beitragen, dass mehr Menschlichkeit verwirklicht wird. 

Loerken: Seelsorge genießt Anerkennung

„Wir sind froh, dass wir Sie haben“, begrüßte Superintendent Gert-René Loerken die neue Seelsorgereferentin. Er betonte, dass es viele Forderungen und Erwartungen an kirchliche Arbeit gebe, aber auch viel Anerkennung. Seelsorge sei eine hervorragende Arbeit, die Menschen in vielen schweren Lebenslagen zugute kommt. Viele Menschen seien ansprechbar auf praktische Mitarbeit und Unterstützung. Gottes Wirken sei manchmal direkt erkennbar, aber manchmal könnten Menschen auch erst später einordnen, wie gut ihnen eine Begegnung mit einem empathischen Seelsorger tat.

Leitwort der Einführung war ein Ausspruch, der auf den mittelalterlichen Mystiker Meister Eckhart (1260-1328) zurück geht: „Die wichtigste Stunde ist immer die Gegenwart. Der bedeutendste Mensch ist der, der Dir gerade gegenüber sitzt. Das notwendigste Werk ist stets die Liebe.“

Und was macht die Seelsorgereferentin in ihrer Freizeit? Andrea Gorres praktiziert Aikido, eine friedfertige japanische Kampfkunst. Sie tut es mit Leib und Seele.