14.11.2016

108. ordentliche Kreissynode Leverkusen am 11. und 12. November 2016
Superintendent Gert-René Loerken im Amt bestätigt
Wahlen, Haushalt, die Situation der Gemeinde Manfort und das Hauptthema "Geistliche Leitung" umfasste die Tagesordnung der Herbstsynode


Auszählung der Stimmen

Turnusmäßig wurde der Superintendent gewählt. Gert-René Loerken wurde in seinem Amt bestätigt. Der neue und alte Superintendent ist seit 31 Jahren Pfarrer in Leichlingen. Er leitet die Synode und den Kreissynodalvorstand und hat Personalverantwortung u.a. für die Pfarrerinnen und Pfarrer – eine Aufgabe, für die er sich zum Coach im kirchlichen Raum hat weiterbilden lassen. "Es gibt Dinge, die ich noch anpacken möchte", sagte der 61jährige: achtsame Begleitung der Pfarrerinnen und Pfarrer, eine theologische Basisbildung für Mitarbeitende und Weiterarbeit am Thema "Geistliche Leitung".
Wiedergewählt wurde auch die Scriba (2. Stellvertreterin des Superintendenten), Berufsschulpfarrerin Anne Becker.
Weiter wurden in den Kreissynodalvorstand gewählt:

  •  1. Ältester: Wolfgang Koch
  •  Stellvertretung 1. Ältester: Michael Kaib
  •  2. Ältester: Wolfgang Honskamp
  •  3. Ältester: Peter Berger
  •  Stellvertretung 3. Ältester: Dr. Thomas Hübner

In der Zeit zwischen den beiden jährlichen Synodaltagungen übernimmt der Kreissynodalvorstand die Leitung des Kirchenkreises. Er besteht aus sieben Personen: drei Pfarrer bzw. Pfarrerinnen und vier Gemeindemitglieder. Sie werden "Synodalälteste" genannt.

Hauptthema der Synode war "Geistlich leiten in komplexen Zeiten". Dr. Peter Böhlemann, Leiter der Ausbildungsstätte für Pfarrer/-innen und haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende empfahl, die biblischen Hinweise ernst zu nehmen und grundsätzlich in Teams oder Gremien Leitungsverantwortung zu teilen. Leitung sollte als „Dienst“ verstanden werden. Wo sich verantwortlich eingesetzte, gewählte Leitungen einig werden, sollten sie ihre unbestreitbare Macht zum Wohl der anvertrauten Menschen in Kirche und Gemeinde einsetzen.
Er plädierte dafür, Fehler freundlich zu bearbeiten und als Lernchancen zu sehen: Beschwerde-Management und Feedback, Fortbildung und Coaching seien lohnende Maßnahmen. Zuletzt empfahl er der Kirche mehr Humor und Experimentierfreude.

Weitere Themen: Haushaltskonsolidierung und die Situation der Kirchengemeinde Manfort
Die Anstrengungen des Kirchenkreises zur Konsolidierung des Haushaltsdefizits tragen Früchte. Seit zwei Jahren bemüht sich der Kirchenkreis, den Haushalt zu sanieren, dabei sind auch die steigenden Kirchensteuereinnahmen hilfreich. Im gleichen Zeitraum sind allerdings aufgrund von Tariferhöhungen von 4,5 Prozent die Gehälter der Mitarteiterinnen und Mitarbeiter gestiegen, die mit einem Anteil von rund 80 Prozent an den Gesamtausgaben den Erfolg der Sparbemühungen abschwächen.

Die Synode nahm den Bericht zur Situation der Johannnes-Kirchengemeinde Manfort zur Kenntnis. In der Gemeindeversammlung am Sonntag, 13.11.2016 wurden auch die Gemeindemitglieder informiert. Die Gemeindeversammlung hat beratende Funktion und wird vor wichtigen Entscheidungen gehört. Es ging um die Situation der mit unter 1.600 Mitgliedern kleinsten Kirchengemeinde in der Region. Ihre Zukunftsfähigkeit ist nicht gegeben, denn das Kirchensteueraufkommen deckt die Ausgaben der Kirchengemeinde nicht mehr. Zurzeit übernimmt ein Bevollmächtigtenausschuss unter Leitung des Superintendenten des Kirchenkreises, Gert-René Loerken, die Aufgaben des Presbyteriums.
Pfarrer Jürgen Berghaus informierte die etwa 60 Anwesenden darüber, dass er künftig im Kirchenkreis Vertretungsdienste für andere Pfarrer sowie verstärkt Aufgaben in der Notfallseelsorge übernehmen wird. Die Kosten dafür trägt die Landeskirche, so belasten die Bezüge den Haushalt der Kirchengemeinde nicht.
Der Superintendent Gert-René Loerken betonte, dass für die Beschäftigten in der Kirchengemeinde gesorgt wird, ihre Arbeit ist gesichert. Die Kindertagesstätte schließt sich beispielsweise im August 2017 dem Kita-Verbund an, der dann neun evangelische Kindertagessstätten im Kirchenkreis Leverkusen betreibt.
Die Johanneskirche wird Gottesdienststätte bleiben, die pfarramtliche Versorgung (Beerdigungen, Trauungen, Taufen, Konfirmationen) wird in Zukunft von den Nachbargemeinden und ihren Pfarren (Schlebusch und Wiesdorf) gewährleistet.

Für das Gemeindezentrum der Johanneskirche wird eine Lösung gesucht, erste Überlegungen im Zuge der Gemeinwesen bzw. Quartiersarbeit gibt es bereits. In der Versammlung plädierten Gemeindemitglieder dafür, es für ein Nachbarschaftszentrum zu nutzen. Die engagierte Diskussion endete mit versöhnlichen und zuversichtlichen Debattenbeiträgen, alle Gemeindemitglieder sind aufgerufen, sich weiterhin mit Ideen und Vorschlägen an der Neupositionierung des Gemeindezentrums zu beteiligen.

 

Anne Becker, zweite Stellvertreterin des Superintendenten
Viele Beschluesse wurden gefasst
Das Hauptthema wurde in Arbeitsgruppen diskutiert
Vizepräses Christoph Pistorius predigt im Synodalgottesdienst
Dr. Peter Böhlemann spricht über geistliche Leitung
Superintendent Gert-René Loerken ist geistlicher Leiter der Synode
Der Kreissynodalvorstand
Die Synode tagte in der Hoffnungskirche in Rheindorf