Leitbild für den Evangelischen Kirchenkreis Leverkusen

1. Wer wir sind

Vielfalt und Einheit

Als evangelische Christen und Christinnen des Kirchenkreises Leverkusen, die an verschiedenen Orten, in unterschiedlichen Lebensräumen und mit unterschiedlichen Gaben und Aufgaben in unserer Kirche leben, wissen wir uns gegründet auf Jesus Christus. Wir sind uns unserer Wurzeln im jüdischen Glauben bewusst. Als lebendiges Fundament unseres Glaubens gibt Jesus Christus uns Halt und Freiheit, unsere verschiedenen Ämter und Aufgaben wahrzunehmen. Wir sind miteinander verbunden durch Gottes Geist, der uns die Kraft gibt, als Kirche in Vielfalt und Einheit zu leben.

Als presbyterial-synodal verfasste Kirche liegt unsere besondere Chance und Herausforderung darin, die presbyteriale (gemeindliche) Vielfalt selbstbewusst zu unterstützen und zugleich auf Kirchenkreisebene die synodale Einheit zu stärken.

Die Aufgaben des Kirchenkreises

Für das Leitbild orientieren wir uns an 1. Petrusbrief 3,15 und an Apostelgeschichte 2,42.

"Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist." (1.Petrusbrief 3,15)

Als Kirchenkreis leisten wir unseren spezifischen Beitrag zur Kommunikation des Evangeliums, indem wir aus einem biblisch begründeten Welt- und Menschenbild heraus klare Position beziehen, unsere gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und besonders denen unsere Stimme leihen, die überhört werden. Der Kirchenkreis ist dem "Konziliaren Prozess für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung" verpflichtet.

"Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet." (Apostelgeschichte 2,42)

Zu den grundlegenden Aufgaben der Kirche gehören Verkündigung und Lehre, Diakonie und Seelsorge, Gottesdienst und Spiritualität, Leitung und Verwaltung. Jede dieser Aufgaben nimmt der Kirchenkreis im Rahmen seiner Zielvorstellungen und Konzepte, der finanziellen Möglichkeiten und der kirchenrechtlichen Vorgaben wahr.

Die Gestalt des Kirchenkreises

Im Kirchenkreis Leverkusen sind in der rechtsrheinischen Region zwischen Düsseldorf und Köln und im Bergischen Land dreizehn eigenständige Kirchengemeinden in den Städten Burscheid, Langenfeld, Leichlingen, Leverkusen und Monheim miteinander verbunden. Der Kirchenkreis ist Evangelische Kirche in der benannten Region, eingebunden in die Evangelische Kirche im Rheinland, in die Evangelische Kirche in Deutschland und in die weltweite Ökumene.

Die Gemeinden prägen den Kirchenkreis zum einen durch ihre bis ins 16. Jahrhundert zurückreichende Geschichte, zum anderen durch ihr Entstehen in der Nachkriegszeit, ihr schnelles Wachstum und die dadurch geforderte Integration der Zugezogenen. Der Kirchenkreis berücksichtigt in seiner Leitung, seinen Einrichtungen und Diensten die unterschiedliche kommunale Zuordnung und die verschiedenen Prägungen der kirchlich-kulturellen Traditionen.

Bei der Gründung des Kirchenkreises Leverkusen im Jahr 1962 wurde der bis heute geltende Auftrag formuliert, dass sich die Gemeinden gegenseitig besser wahrnehmen und die Verbindung untereinander stärken.

Aufgaben und Dienste

Der Kirchenkreis nimmt Leitungs- und Aufsichtsaufgaben im Rahmen der kirchlichen Ordnungen durch die Kreissynode, den Kreissynodalvorstand und den Superintendenten/die Superintendentin sowie Verwaltungsaufgaben durch die Kreissynodalverwaltung wahr.

Der Kirchenkreis berät und begleitet die Kirchengemeinden durch den Kreissynodalvorstand, die synodalen Ausschüsse, die Synodalbeauftragten sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der synodalen Einrichtungen und Dienste (s. Anlage).

Der Kirchenkreis fördert die Arbeit der Ehrenamtlichen und der Hauptamtlichen in den Gemeinden durch Angebote der Begegnung, Fortbildung und Beratung.

Der Kirchenkreis ist Träger von Einrichtungen und Diensten, die er wirksamer als einzelne Kirchengemeinden wahrnehmen kann oder die deren Möglichkeiten übersteigen. Einrichtungen und Dienste gibt es zur Zeit in folgenden Bereichen:

Diakonie

· Diakonisches Werk

· Allgemeiner Sozialer Dienst, Behindertenarbeit, Betreuungsverein, Familienpflege, Flexible Erziehungshilfe, Mobiler sozialer Hilfsdienst, Mütterkuren, Schuldner-/Insolvenzberatung, Sozialpädagogische Familienhilfe, Sozialreferat / Arbeitslosenzentrum

· Mitgesellschafter 

  · der Evangelischen Altenheime im DW des KK Leverkusen GmbH 

  · der Suchthilfe gGmbH, Leverkusen 

  · des Evangelischen Kreiskinderheims, Wermelskirchen 

· Mitgliedschaften in verschiedenen sozialen und kirchlichen Einrichtungen (s. Anlage) 

· Stiftung Diakonie

Erwachsenenbildung 

· Erwachsenenbildungsreferat mit dem Schwerpunkt Neue Medien 

Frauenarbeit 

· Frauenreferat 

· Frauenbildungsarbeit 

· Gleichstellungsarbeit

Jugendarbeit 

· Jugendreferat

Kindergärten 

· Referat Fachberatung für Tageseinrichtungen für Kinder 

· Artur und Aenne Köppen-Stiftung

Öffentlichkeitsarbeit 

· Öffentlichkeitsreferat

Ökumene 

· Gemeindedienst für Mission und Ökumene (mit Nachbarkirchenkreisen) 

· Interkonfessionelle Zusammenarbeit 

· Partnerschaft mit der Karagwe-Diözese, Tansania 

· Interreligiöser Dialog

Seelsorge und Beratung 

· Krankenhausseelsorge 

· Seelsorge im Heilpädagogischen Heim Langenfeld 

· Notfall- und Einsatzkräfte-Seelsorge 

· Gehörlosenseelsorge (zusammen mit Stadtkirchenverband Köln) 

· Telefonseelsorge (Anbindung an die Kirchenkreise Köln, Mettmann und Solingen) 

· Trauerseelsorge 

· Psychologische Beratungsstelle für Erziehungs-, Ehe- und Lebensfragen und Schwangerschaftskonfliktberatung

Schulen 

· Evangelischer Religionsunterricht und Schulseelsorge an Berufskollegs, Gesamtschule und Gymnasien 

· Bezirksbeauftragung für Berufskollegs 

· Schulreferat 

· Bibliothek und Mediothek 

· Mitgliedschaft im Kuratorium der Evangelischen Realschule Burscheid

Verwaltung 

· Kreissynodalverwaltung 

2. Was wir wollen

Kirchliches Bewusstsein weiterentwickeln

Als Kirchenkreis wollen wir in der beschriebenen Weise bewusst evangelische Kirche sein und nahe bei den Menschen. 

Wir wollen die Identifikation der Mitarbeitenden mit unserer Kirche fördern.

Wir wollen Kirchenkreis-übergreifend denken, verstärkt ökumenisch lernen und teilen, insbesondere mit unseren Partnerkirchen. Wir wollen uns um die Einheit der Christen bemühen. 

Wir wollen den christlich-jüdischen Dialog als unsere besondere Verpflichtung wahrnehmen. 

Wir wollen die Kontakte zu anderen Religionsgemeinschaften pflegen.

Synodale Verbundenheit stärken 

Wir wollen als Gemeinschaft der Kirchengemeinden verbindliche Ziele gemeinsamer Arbeit und transparente Strukturen vereinbaren. 

Wir wollen die interne Kommunikation stärken. 

Wir wollen unsere finanziellen Mittel vorausschauend, nachhaltig und solidarisch einsetzen. 

Gemeindliche Arbeit unterstützen 

Wir wollen gemeindliche Arbeit fördern. 

Wir wollen Kooperationsmöglichkeiten von Gemeinden und Gruppen aufzeigen und gemeinsame Arbeitsfelder verknüpfen. 

Wir wollen gemeinsame Projekte initiieren. Wir wollen nach unseren Möglichkeiten Aufgaben übernehmen, die Kirchengemeinden selbst nicht leisten können oder die deren Grenzen überschreiten. 

Eigene Schwerpunkte setzen 

Wir wollen über die gemeindlichen Dienste hinaus ein breites Angebot im seelsorglichen und diakonisch-sozialen Bereich bieten. 

Wir wollen Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit vorantreiben und das Gespräch mit anderen gesellschaftlichen Gruppen führen. 

Wir wollen Stellung beziehen zu aktuellen gesellschaftspolitischen und sozialethischen Fragen und dabei die besonderen Herausforderungen unserer Region berücksichtigen. 

3. Um das zu erreichen, was wir wollen, vereinbaren wir verbindliche Konzepte für:

· Personal

· Struktur/Verwaltung

· Finanzen

· Diakonie

· Kinder/Jugend/Schule

· Öffentlichkeitsarbeit

· Erwachsenenbildung/Frauenarbeit/Frauenbildung

· Ökumene/Dialog mit anderen Religionen

· Seelsorge und Beratung

· Controlling

Beschlossen von der Kreissynode in Leichlingen am 17. November 2001